Autoren ehren Autoren

Die Jury des 4. Deutschen Musikautorenpreises ist mit insgesamt sieben hochkarätigen Experten – Komponisten und Textdichtern – besetzt. Die Jurymitglieder kommen aus verschiedenen musikalischen Richtungen wie beispielsweise Filmmusik, E-Musik und U-Musik. Im Rahmen ihrer Jury-Arbeit erstellten sie eine Liste für die einzelnen Preiskategorien mit jeweils drei Nominierten und natürlich einem Gewinner.

Die Jury des Deutschen Musikautorenpreises hat sich dieses Jahr in neuer Besetzung zusammengefunden. Jeder Juror steht für ein Genre. Wir haben nachgefragt, was es ihnen bedeutet, Teil des Musikautorenpreises zu sein:

Text Kinderlied: Rolf Zuckowski

Rolf Zuckowski

Es gibt wohl kaum ein Kind, das ihn nicht kennt. Und weil alle Kinder auch mal groß werden, kennt ihn auch jeder Erwachsene. Seine Kinderlieder – wie „In der Weihnachtsbäckerei“ – sind legendär. Er schrieb zudem Texte für andere Künstler und ist einer der kreativen Urväter von Peter Maffays Tabaluga.

„Eine Meinung über das Wirken von Autorenkollegen bilde ich mir grundsätzlich mit Respekt, vor allem bei denen, die beharrlich ‚ihr Ding‘ machen. Jedes Genre hat seine Qualitätsebenen, die man nur schwer erkennt, wenn man selber ganz andere Felder beackert. Es war spannend, sich in der Jury des GEMA-Autorenpreises in die Vielfalt des kreativen Musikschaffens zu vertiefen, um zu einer demokratischen Urteilsfindung beizutragen.“

Komposition Jazz: Michael Wollny

Michael Wollny

Das Jazzpiano ist sein Zuhause. Hier ist er Virtuose: als komponierender, spielender Pianist. Neben vielen anderen Auszeichnungen erhielt Wollny 2010 den ECHO Jazz in der Sparte „Instrumentalist/-in des Jahres national – Piano/Keyboards“.

„Für mich war meine erste Teilnahme an dieser Jurysitzung eine wunderbare Sache – sogenannte E- und U-Musik sitzen an einem Tisch, diskutieren aufrichtig über die zeitgenössische Musik in Deutschland, und alle lernen dabei etwas Neues. Ich freue mich sehr, dabei gewesen zu sein: als Kollege, unter Kollegen, für Kollegen!“

Komposition geistliche/sakrale Musik: Prof. Martin Chr. Redel

Prof. Martin Chr. Redel

Ihm wurde als Sohn einer Pianistin und eines Flötisten die Musik in die Wiege gelegt. Zeitgenössische E-Musik ist ohne Martin Christoph Redel kaum denkbar. Seit den 70er-Jahren ist er Dozent für Musiktheorie und Gehörbildung sowie Professor für Kompositionslehre. Seit 20 Jahren ist er Bundesvorsitzender der Jeunesses Musicales Deutschland.
„Für mich liegt die Besonderheit des Musikautorenpreises in der Tatsache, dass es sich nicht um eine Preisvergabe aufgrund von Bewerbungen handelt (wie z. B. bei Wettbewerben), sondern um die Zuerkennung aufgrund der allgemeinen Wertschätzung zwischen KollegInnen. Hierbei mitwirken zu können empfand ich als sehr ehrenvoll.“

Komposition experimentelle Musik / Musik mit Live-Elektronik: Helmut Zapf

Helmut Zapf

Schon als Kind und Jugendlicher hatte er Orgelunterricht beim Gemeindepfarrer. Später studierte Helmut Zapf Kirchenmusik in Eisenach und Halle. Für seine Kompositionen bekam er zahlreiche Preise und Auszeichnungen. Er lebt und arbeitet als freiberuflicher Komponist in Zepernick bei Berlin und hat verschiedene Lehraufträge inne.

„Der Musikautorenpreis der GEMA für Autoren ist eine besondere Art Anerkennung, denn sie ist eine Ehrung von Autoren durch Autoren. Aber nicht nur das, der Preis hat durch seine pluralistisch gesetzte Jury eine einzigartige Bedeutung.

Es entscheiden Textautoren, Komponisten aus Film, Lied, Pop, Rock, Jazz und der Ernsten Musik gemeinsam und finden in der zweitägigen Sitzung durch intensive Gespräche und gegenseitiges Kennenlernen der anderen Genres zu einem gemeinsamen Nenner. Für mich waren diese Momente des bewussten und kritischen Hörens des anderen wohl das Spannendste während dieser Tätigkeit und sind bis heute das Nachdrücklichste in meiner Erinnerung an diese Tage. Es war mir eine große Freude, in der Jury mit meinen Kollegen für meine Kollegen entscheiden zu können, kontinuierliche künstlerische Arbeit unter den Mitgliedern der GEMA herauszufiltern und dabei ihre nationale und internationale Wichtigkeit durch eine Nominierung für einen der Autorenpreise hervorzuheben.“

Text Pop: Ulla Meinecke

Ulla Meinecke

Mit zehn Jahren bekam sie ihre erste eigene Gitarre, mit 15 Jahren begann sie sich zudem mit Sprache zu beschäftigen. Deutscher Sprache. Gut so, denn bis heute ist sie eine der besten Komponistinnen und Textdichterinnen der Republik. Ihre Worte sind Poesie. Die setzt sie inzwischen nicht nur für Lieder ein, sondern auch für Bücher.

„Der Musikautorenpreis gibt uns (der Jury) die Möglichkeit, andere Autoren für ihre Leistungen auszuzeichnen. Ich hab mich gefreut, zum zweiten Mal dieser Jury angehören zu dürfen.“

Komposition Rock: Henning Wehland

Henning Wehland

Als Sänger der H-Blockx begründete er in den 90er-Jahren seine Karriere. Inzwischen managt er außerdem Künstler wie The BossHoss oder Ingo Pohlmann und betreibt in Münster das Musikbüro BLX Music & Entertainment als „Anlaufpunkt für alle Kunstschaffenden“. Seit acht Jahren ist der Wahl-Berliner zudem Mitglied der Söhne Mannheims. Er ist Sprecher der Jury des Deutschen Musikautorenpreises.

„Seit über 20 Jahren komme ich in den Genuss der Vorteile der GEMA! Hierfür bin ich sehr dankbar und verstehe mich als wichtigen Bestandteil einer funktionierenden Organisation! Als Teil der Jury kann ich auch Einfluss auf die Wirkung des Preises und somit auch auf die GEMA im Ganzen nehmen. Vielen Dank.“

Komposition Filmmusik: Detlef Petersen

Detlef Petersen

Ohne Musik würde eine romantische Komödie das Herz nicht so erwärmen, wäre ein Thriller nur halb so spannend. Detlef Petersen ist ein Meister der Musik für bewegte Bilder. Dabei trifft er immer den richtigen Ton – und lässt so die Zuschauer auch zu Zuhörern werden.

„Schön ist es, Kollegen zu ehren, die oft im Hintergrund arbeiten und in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen werden. Am Erfolg eines Werks sind sie jedoch maßgeblich beteiligt. Dieser Preis verschafft den Autoren die Aufmerksamkeit, die ihnen zusteht.“