Das Logo des Deutschen MusikautorenpreisesDas Logo des Deutschen Musikautorenpreises

Komposition Musiktheater

Komposition Musiktheater

Die Nominierten des 12. Deutschen Musikautorenpreis

Die Jury zum Preisträger

"Sein melodisches und rhythmisches Gespür bilden ein starkes Fundament, auf dem gleichermaßen Emotionalität, Haltung und Menschlichkeit zum Ausdruck kommen. Er hat dabei die Wahrnehmung des Publikums beständig herausgefordert."

»„Ich danke der GEMA, ich danke den Kollegen von der Jury, und ich danke allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, mit denen ich meine Stücke machen konnte, den Produzenten und Veranstaltern, die sie möglich gemacht oder gezeigt haben. Ich habe oft Stücke gemacht, bei denen ich vorher nicht wusste, was aus ihnen wird. Deswegen konnte ich mich selbst von den Stücken überraschen lassen und diese Überraschung ans Publikum weitergeben. Dafür danke ich denen, die das Vertrauen in mich hatten.“ «

Heiner Goebbels
Komponist Heiner Goebbels gewinnt den 12. Deutschen Musikautorenpreis
Komponist Heiner Goebbels gewinnt den 12. Deutschen Musikautorenpreis
Kategorie
Komposition Musiktheater
Heiner Goebbels
Heiner Goebbels

„Ich freue mich sehr über die Nominierung, auch wenn ich erstmal googlen musste, was damit gemeint ist ,Musikautor´ zu sein. Mit der Gattung Oper habe ich zwar selbst jede Menge Schwierigkeiten, aber im Musiktheater sehe ich aktuell die größte künstlerische Freiheit.“

Der Komponist und Theatermacher Heiner Goebbels studierte Soziologie und Musik. Er war Mitbegründer des sogenannten Linksradikalen Blasorchesters und spielte im Duo Goebbels/Harth sowie in der Band Cassiber. Heiner Goebbels komponierte zunächst Film- und Theatermusik, später Hörstücke, szenische Konzerte und Werke für Ensemble und große Orchester (Surrogate Cities). Zu seinen Musiktheaterwerken und -kompositionen zählen unter anderem „Schwarz auf Weiss“, „Eislermaterial“, „Hashirigaki“, „Landschaft mit entfernten Verwandten“, „Eraritjaritjaka“, „Stifters Dinge“, „When the Mountain changed its clothing“, „Everything That Happened And Would Happen“. Mit seinen Konzerten und Musiktheaterstücken verzeichnet Heiner Goebbels zahlreiche Gastspiele auf den weltweit wichtigsten Musik-, Theater- und Kunstfestivals. Ebenso finden sich seine Sound- und Videoinstallationen auf der documenta Kassel, in London, Paris, Lyon, Dresden, Moskau und Bogota. Er erhielt zahlreiche internationale Preise, unter anderem den Prix Italia, den Europäischen Theaterpreis, International Ibsen Award und Nominierungen für den Grammy. Von 2006 bis 2018 war er Präsident der Hessischen Theaterakademie, von 1999 bis 2018 Professor am Institut für Angewandte Theaterwissenschaft der Justus-Liebig-Universität Gießen, wo er seit 2018 erster Lehrstuhlinhaber der Georg-Büchner-Professur ist.

Mayako Kubo
Mayako Kubo

Mayako Kubo ist eine Komponistin japanischer Herkunft, die jedoch künstlerisch dem europäischen Erbe und der musikalischen Moderne eng verbunden ist. Nach ihrem Abschluss als Pianistin am Osaka College of Music nahm Mayako Kubo das Studium der Komposition, Musikgeschichte und Philosophie bei Roman Haubenstock-Ramati und Friedrich Cerha an der Universität der Künste in Wien auf. 1980 setzt sie ihre Studien bei Helmut Lachenmann in Hannover und Stuttgart fort. Sie ist Gründungsmitglied der Gesellschaft für Zeitgenössische Musik „ZeitMusik“. Ihr Œuvre umfasst rund 160 Werke fast aller Gattungen. Der Oper kommt hierbei besondere Bedeutung zu. Die Uraufführung von „Rashomon“ im Jahr 1996 in Graz und die der japanischen Fassung 2002 in Tokio begründeten ihren Ruf als bedeutendste japanische Komponistin. „Osan – Das Geheimnis der Liebe“, ihre zweite Oper, kam 2005 in Tokio ebenfalls mit großem Erfolg zur Uraufführung. 2010 feierte „Der Spinnfaden“, eine Oper für junge Musiker, in Berlin Premiere. Derzeit beschäftig sie sich mit ihrer vierten Oper „Ageless World“. Ein weiteres Bühnenwerk über den Fall John Rabe ist bereits in Vorbereitung.

Sarah Nemtsov
Sarah Nemtsov

„Die Nominierung in der Kategorie Musiktheater freut mich besonders, da das Musiktheater eine bedeutende, quasi ,künstlerisch-existentielle´ Position in meinem Schaffen einnimmt. Hier ist am meisten Risiko, aber vielleicht auch am meisten Potenzial und die Hoffnung, etwas zu bewegen. Die Verknüpfung von Sprache, Gesang, Instrumenten, Multimedialität und das Einwirken auf verschiedene Sinne birgt die Möglichkeit einer besonderen, einer immersiven Erfahrung. In Opern lassen sich Geschichten mehrdimensional erzählen. Das Musiktheater sucht Grenzen auf und vermag sie zu überschreiten. 2012 habe ich den Nachwuchspreis der GEMA erhalten. Ich fühle mich sehr geehrt, nun zum zweiten Mal nominiert zu sein.“

Sarah Nemtsov studierte Komposition in Hannover und Berlin bei Nigel Osborne, Johannes Schöllhorn und Walter Zimmermann. Sie erhielt zahlreiche Preise und Stipendien wie den Busoni-Kompositionspreis der Akademie der Künste Berlin, den Deutschen Musikautoren-preis 2012, gewann den internationalen RicordiLAB Kompositionswettbewerb und wurde 2020 als „Komponistin des Jahres“ beim Opus Klassik Preis nominiert. Ihre Werke werden bei international renommierten Festivals aufgeführt, wie den Donaueschinger Musiktagen, Wien modern, ECLAT, Ultraschall, Holland Festival, Musica, Bregenzer Festspiele und der Münchener Biennale. Ihre Musik besticht durch sensibel ausgehorchte Setups, komplexe und energetische Texturen, musikalische Schichtungen und Wechselwirkungen zwischen akustischen Instrumenten und Elektronik. Ihr Werk umfasst weit über 100 Kompositionen in nahezu allen Gattungen: Vom akustischen Solo bis hin zu großem Orchester und multi-medialen Werken, darunter zwei abendfüllende Opern und drei Kammeropern, sowie ande-re Formen an der Grenze zum Musiktheater. Ihre Werke werden seit 2016 bei Ricordi Berlin verlegt. Im Sommersemester 2018 unterrichtete Sarah Nemtsov Komposition an der Haifa University mit einer DAAD Kurzzeitdozentur, im Sommer 2021 ist sie Dozentin für Komposi-tion bei den renommierten Darmstädter Ferienkursen für Neue Musik. Derzeit arbeitet sie an ihrer neuen Oper „Ophelia“, die 2023 am Saarländischen Staatstheater uraufgeführt werden wird.