Das Logo des Deutschen MusikautorenpreisesDas Logo des Deutschen Musikautorenpreises

Die Nominierten

Die Nominierten
für den 12. Deutschen Musikautorenpreis

Jahr für Jahr bereichern zahlreiche Komponisten und Textdichter unsere Musiklandschaft mit großartigen Werken. Bemerkenswert ist dabei die musikalische Bandbreite. Um die Vielfalt beim Deutschen Musikautorenpreis möglichst ausführlich abzubilden, werden jedes Jahr neue Kategorien bestimmt, für die jeweils drei musikschaffende Künstler nominiert werden. Die Vorschläge, welche Künstler sich für die Rubriken eignen, kommen von den GEMA-Mitglieder und den Berufsverbänden. Wer es dann aus diesem Pool an Vorgeschlagenen unter die Nominierten schafft, entscheidet die Jury.

Unsere Nominierten 2020

In diesem Jahr hoffen 28 Musikautorinnen und Musikautoren auf die Auszeichnung mit dem Deutschen Musikautorenpreis.

Kategorie
Komposition Audiovisuelle Medien
Karim Sebastian Elias
Karim Sebastian Elias

„Welch große Freude, ein zweites Mal für diesen wunderbaren Preis von Kolleginnen und Kollegen nominiert worden zu sein. Herzlichen Dank an die Jury und an die GEMA dafür, dass sie diesen fantastischen Abend ausrichten, an dem wir Komponistinnen, Textdichterinnen und Verlegerinnen zusammenkommen und gemeinsam stilübergreifend tolle Musik und Texte feiern und würdigen.“*

Der Filmkomponist Karim Sebastian Elias studierte von 1992 bis 1998 an der Folkwang Uni-versität der Künste und wurde 2013 als Professor für „Komposition und Arrangement für Medien“ im Master Studiengang Filmmusik an die Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf berufen. Karim Sebastian Elias komponierte und produzierte als Filmkomponist die Musik für über 100 Kinofilme, Fernsehfilme, Dokumentationen und über 400 Serienfolgen. Unter anderem wurde der Kinodokumentarfilm „Of Fathers and Sons“ für einen Oscar nominiert, gewann in Sundance den Grand Jury Prize und 2019 den Deutschen Filmpreis. „Saudi Run-way“ lief 2020 im Wettbewerb in Sundance, war für den Europäischen Filmpreis nominiert und erhielt den European University Film Award. Zu seinen zahlreichen Auszeichnungen zählen unter anderem der Rolf-Hans-Müller-Preis für Filmmusik, der Deutsche Fernsehpreis in der Kategorie „Beste Musik“, der Deutsche Filmpreis „Rhythm is it!“ sowie der Preis für die Beste Filmmusik auf dem Kinofestival Lünen. In den Jahren 2013 und 2014 war Karim Sebas-tian Elias in der Jury des Deutschen Musikautorenpreises, 2015 in der Kategorie Kompositi-on Audiovisuelle Medien nominiert.

2021 nominiert in der Kategorie „Komposition Audiovisuelle Medien“.

Ulrike Haage
Ulrike Haage

„Musik zu schaffen bedeutet für mich die intensivste Form des In-der-Welt-seins. Der Flügel und seine Erweiterung ins Bodenlose, minimalistische Elektronik, Kompositionen im Einklang mit Bildern und mit Literatur sind meine Mittel, von der Welt zu erzählen. Ich freue mich sehr, erneut für den Deutschen Musikautorenpreis nominiert zu sein und danke den Kolleginnen und Kollegen von Herzen.“

Nach ihrem Studium an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Hamburg, un-terrichtete die Komponistin, Pianistin und Hörspielmacherin Ulrike Haage für mehrere Jah-re das Fach Orchesterleitung und Improvisation. Neben ihrer Arbeit als Komponistin und Produzentin ist sie auch als Solopianistin und Skriptautorin tätig. Ihr Musikstil steht für eine eigene Klangwelt - Musik an der Schnittstelle von Jazz und Klassik, in der sich akustische, elektronische und improvisierte Elemente elegant verbinden.
2020 erschien Ulrike Haages fünftes Soloalbum Himmelsbaum. Ihre Kinderoper Reineke Fuchs, das Chorwerk The Moon Tapes oder die Mikrooper Wundernetz sind fester Bestand-teil der deutschen Radiokultur. Die in den letzten Jahren entstandenen nahezu 40 Hörspie-le zeigen, wie inspirierend für Ulrike Haage die Auseinandersetzung mit Werken von Künst-lerinnen und Künstlern anderer Disziplinen ist.
Zu ihrem Schaffen zählen außerdem die Soundtracks für die Dokumentarfilme Zwiebelfi-sche, Goldrausch, Meret Oppenheim: eine Surrealistin auf eigenen Wegen, Landstück und Seestück von Volker Koepp, Berlin 1945_Tagebuch einer Großstadt von Volker Heise als auch die Musik für Doris Dörries Kinofilm Grüße aus Fukushima.
Ulrike Haage wurde u.a. mit dem Deutschen Jazzpreis, dem Sonderpreis Musik des Nord-deutschen Filmpreises 2010 und dem Deutschen Dokumentarfilm-Musikpreis 2014 sowie für zahlreiche prämierte Hörspiele ausgezeichnet.

2021 Preisträgerin in der Kategorie „Komposition Audiovisuelle Medien“.

Volker Bertelmann (Hauschka)
Volker Bertelmann (Hauschka)

„Es ist für mich eine große Ehre, von anderen Musikautoren für diese Auszeichnung nominiert worden zu sein. Seit meinem 16. Lebensjahr bin ich Mitglied der GEMA. Die Sparte, in der ich vorgeschlagen wurde, hat mich seit jeher interessiert: Es war schon immer ein Traum von mir, die Musik für Kinofilme und anspruchsvolle serielle Projekte zu komponieren. Ich bin sehr dankbar für diese Nominierung.“

Der Düsseldorfer Volker Bertelmann alias Hauschka zählt zu den profiliertesten Komponis-ten für zeitgenössische Musik am präparierten Klavier. Zu seinen Filmkompositionen gehö-ren der Soundtrack zu den Serien „Patrick Melrose“, „The Name of the Rose“, „A Christmas Carol“, „Dublin Murders“ und die Musik zu Spielfilmen wie „Gut gegen Nordwind“,„Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“, „The Perfect Candidate“ und „Summerland “. Zuletzt arbeitete Volker Bertelmann unter anderem an „Stowaway“, „Ammonite“ und „Home“ sowie an der Netflix-Produktion „The Old Guard“, für die er mit Dustin O’Halloran ko-komponierte. 2017 erhielt das Komponistenduo für die gemeinsame Musik zu „Lion“ Nominierungen für den Golden Globe, den BAFTA Award und den Oscar. Volker Bertelmann ist Mitglied der Nord-rhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste, der Deutschen Film-akademie sowie der Academy of Motion Picture Arts and Sciences.

2019 und 2021 nominiert in der Kategorie „Komposition Audiovisuelle Medien“.

Kategorie
Komposition Klangkunst 12
Kirsten Reese
Kirsten Reese

„Ich empfinde die Nominierung als ein Zeichen der Wertschätzung meiner bisherigen künstlerischen, kompositorischen Arbeit mit und für elektronische Klänge und Medien. Ich entwickle ortsspezifische Formate, oft rechercheintensive Projekte, die historische Themen und Archivaufnahmen mit field recordings und immersiven Soundcapes verbinden – performative Arbeiten für ungewöhnliche Wahrnehmungssituationen, Räume und Lautsprecherkonstellationen.“

Kirsten Reese wuchs in Hong Kong, den Philippinen und im Rheinland auf und studierte Flö-te, elektronische Musik und Komposition in Berlin und New York. Als Komponistin und Klangkünstlerin komponiert und produziert sie für elektronische Medien und Instrumente. Kirsten Reese entwickelt performative Arbeiten für ungewöhnliche Wahrnehmungssitua-tionen, Räume und Lautsprecherkonstellationen. Oft sind es rechercheintensive Projekte, die historische Themen und Archivaufnahmen mit field recordings und immersiven Sound-scapes verbinden.
Sie thematisiert Mediengeschichte und die Spezifität und Aura von historischen und aktu-ellen medialen Instrumenten. Einen weiteren Schwerpunkt bilden Kompositionen, Installa-tionen und Audiowalks für Landschaften und den urbanen Außenraum.
Kirsten Reese hat mit namhaften Interpreten und Ensembles zusammengearbeitet und ihre Kompositionen und Arbeiten werden international auf Festivals und in Ausstellungen gezeigt, wie den Donaueschinger Musiktagen, Wien modern, Eclat Festival, KONTAKTE Aka-demie der Künste, Heroines of Sound, SPOR Festival Aarhus, Kunstfest Weimar. Die Künstle-rin erhielt zahlreiche Stipendien und Preise, unter anderem das Gastkünstlerstipendium ZKM Zentrum für Kunst- und Medientechnologie 2011, Nominierung/Sonderpreis Deut-scher Klangkunstpreis 2010, Villa Aurora Los Angeles 2009 sowie Cité des Arts Paris 2005/06.

2021 nominiert in der Kategorie „Komposition Klangkunst“.

Johannes S. Sistermanns
Johannes S. Sistermanns

„Diese Nominierung hat mich völlig überrascht. Sie ist eine besondere und wichtige Anerkennung, die direkt durch Kollegen ausgesprochen wird. Mit der erstmaligen Nominierung im Bereich Komposition/Klangkunst anerkennt der Deutsche Musikautorenpreis gleichzeitig ein relativ junges Genre, welches als mehrmediales Format Klang, Raum, Bild, Sprache, Licht und avancierte Audio-Technologien, raum- sowie situationsbezogen komponiert. Ich freue mich darüber, dass mit dieser Nominierung alle Klangkünstler einen hohen öffentlichen Respekt und Relevanz in ihrer künstlerischen Praxis erfahren. Damit erweitert der Deutsche Musikautorenpreis das Engagement der GEMA in der Förderung der Vielfalt musikalischen Schaffens in Deutschland.“

Johannes S. Sistermanns studierte Komposition und Neues Musiktheater bei Mauricio Kagel an der Kölner Musikhochschule, nahm Gesangsunterricht in Nord-Indien und wurde in Musikwissenschaft promoviert. Er realisiert seine Projekte in installativer KlangPlastik, radiophonem Hörstück, Elektroakustik und KlangPerformance. In seinen Klanginstallationen, welche er selbst als „KLANGPLASTIK“ bezeichnet, durchdringt sein Klang resonante Alltags-Materialien und überwindet mittels direkter Klangübertragungen als bisher unüberwindbar geltende architektonische Raumgrenzen. Künstlerische Vorstellungen oder Botschaften sind einer gesteigerten Wahrnehmungs- und Bewusstseinssphäre und einem impulsartigen Agieren aus einem unbekannten Potentialraum gewichen. Weltweit erhält Johannes S. Sistermanns Kompositionsaufträge, Stipendien, Residenzen, Gastdozenturen und zahlreiche Preise, unter anderem den Karl-Sczuka-Förderpreis für Radiokunst des SWR 1997 sowie den Deutschen Klangkunstpreis 2008 des WDR und Skulpturenmuseums Marl. Mehrmediale Klangkunst-Ausstellungen realisiert er bei internationalen Festivals wie beim Adelaide/Melbourne Festival, EXPO 2000 Weltausstellung Hannover, Musicarama Hong Kong, Donaueschinger Musiktage, Internationale Weltmusiktage Sydney, New York Electroacoustic Music Festival, Meion Festival Nagoya.

2021 Preisträger in der Kategorie „Komposition Klangkunst“.

Antje Vowinckel
Antje Vowinckel

„Ich freue mich sehr, dass die Kolleginnen und Kollegen mich für die Kategorie Klangkunst nominiert haben, die es ja das erste Mal gibt und fühle mich geehrt, gleich mit dabei zu sein. Danken möchte ich allen, die meine Projekte unterstützten und sich bei der manchmal schwierigen Einordnung in Genres und Sendeplätze flexibel und kreativ gezeigt haben.“

Antje Vowinckel lebt als Klangkomponistin, Radiokünstlerin und Musikperformerin in Berlin. Sie studierte Literatur und Musik an der Universität Bielefeld, absolvierte ein Volontariat beim SWR und besuchte später an der UDK Berlin Kurse bei George Aperghis und Ruedi Häusermann.
In ihrem Werk widmet sie sich immer wieder neu einer musikalischen O-Ton-Dramaturgie und dem Verhältnis von Wort und Text, z. B. in Kompositionen mit Dialektmelodien oder Radiostücken mit dem von ihr entwickelten Automatic Speaking. In vielen ihrer Stücke bin-det sie Improvisation ein, wobei sich ein humorvolles Faible für die Poesie von Fehlern und Missverständnissen erkennen lässt. Zahlreiche Hörspiele und Klangkompositionen entstan-den für die ARD oder in freier Produktion für Veranstalter und Festivals. Ihr Stück „Call Me Yesterday“ wurde in insgesamt 17 Ländern gesendet und vorgestellt. Darüber hinaus ent-wickelt sie Installationen und musikalische Performances für den öffentlichen Raum, z.B. „Hubraum für Autoquartett und vibrierende Lautsprecher“ sowie Instrumental- und Video-kompositionen und sie übernimmt Tätigkeiten als Jurorin, Essayistin, Kuratorin und Dozen-tin.
Für ihre Werke erhielt sie nationale und internationale Anerkennungen z. B. in Mexiko, Frankreich, Österreich und Spanien, darunter den Prix Europa und den Karl-Sczuka-Förderpreis. Im letzten Jahr war sie Stipendiatin des Internationalen Künstlerhauses Villa Concordia in Bamberg.

2021 nominiert in der Kategorie „Komposition Klangkunst“.

Kategorie
Komposition Metal 12
Heaven Shall Burn
Heaven Shall Burn
Mitglieder: Marcus Bischoff, Eric Bischoff, Alexander Dietz, Maik Weichert, Christian Bass

„Wir fühlen uns sehr geehrt unter den Nominierten zu sein. Wir finden, dies ist ein wichtiges und gewichtiges Zeichen, dass hochpolitische Musik auch im sogenannten Mainstream Fuß fassen und Debatten anstoßen kann. Zwischen dem oftmals hohlen Geschrei und dem blasierten Gejammer in dieser Welt müssen entschlossene Worte und mitreißende Melodien erklingen und wir freuen uns über diese Bühne!“

Die gemeinsame Liebe und Leidenschaft zu Metal, Hardcore und Punk, aber auch das Verlangen politische Überzeugung und Gesellschaftskritik zum Ausdruck zu bringen, vereinte die Jungs aus Thüringen in der Band Heaven Shall Burn. Diese zählt heute zu den bedeutendsten Vertretern des modernen deutschen Metal. Die Bandmitglieder, bestehend aus dem Sänger Marcus Bischoff, Maik Weichert und Alexander Dietz an der Gitarre, Eric Bischoff am Bass und Christian Bass am Schlagzeug, haben sich zum Ziel gesetzt, gegen die großen und kleinen Ungerechtigkeiten in ihrer Umgebung und in der Welt aufzubegehren. Die Band fordert ihre Zuhörer zu mehr Mündigkeit, Selbstbestimmtheit und Skepsis gegenüber Autoritäten aller Art auf, fordert Taten und nicht nur Sonntagsreden und geht dabei mit zahlreichen Projekten in den Bereichen Umweltschutz und Politik voran. Alldem liegt ein sehr kämpferischer, aber dabei stets positiver Duktus zugrunde. Gerade hat die Band nach dem weltweit erfolgreichen Album „Wanderer“ ihr neuntes Studioalbum „Of Truth And Sacrifice“ angekündigt, welches zwar in gewohnt musikalisch militanter und ideologisch kompromissloser Ummantelung erscheint, bei genauerem Hinsehen und -hören aber lyrische Facetten und akustische Experimente offenbart, die es in der Bandgeschichte noch nie gegeben hat.

2021 nominiert in der Kategorie „Komposition Metal“.

Long Distance Calling
Long Distance Calling
Mitglieder: Florian Füntmann, Jan Hoffmann, Janosch Rathmer, David Jordan

„Mit großer Freude haben wir die Nachricht erhalten, dass wir 2020 für den Deutschen Musikautorenpreis nominiert sind. Wir stecken sehr viel Herzblut und Arbeit in Long Distance Calling und wollen mit unserer Musik einen Soundtrack für alle Musikenthusiasten erschaffen. Die Instrumente helfen uns, auch ohne Stimme eine Dramaturgie zu erschaffen, wie man sie aus den Stummfilmen vergangener Tage kennt, transportiert ins Hier und Jetzt. Wir haben noch große Ziele und sind glücklich, dass wir mit dieser Art von Musik schon so weit gekommen sind. Die Nominierung ist für uns ein weiterer Meilenstein!“

Die Band Long Distance Calling, die sich im Jahr 2006 gründete, spielt instrumentale Rock-musik und zeichnet sich insbesondere durch ihre verhältnismäßig langen und epischen Mu-sikstücke aus. Ihr Fokus liegt auf Wiederholungen, Rhythmus und einer schwerelosen, je-doch auch auf einer massiven und harten Gestaltungsweise. Die vierköpfige Band, die Gitar-risten David Jordan und Florian Füntmann, der Bassist Jan Hoffmann und der Schlagzeuger Janosch Rathmer haben die Vision einen innovativen und audiovisuellen Soundtrack zu schaffen, welcher in der deutschen Musiklandschaft einzigartig ist. Auf ihr Ende 2006 veröf-fentlichtes Debüt-Demo „DMNSTRTN“, welches beim Rock Hard Magazin als auch bei Visi-ons Demo des Monats wird, folgten insgesamt sechs weitere Studio-Platten, die allesamt in den deutschen Albumcharts gelandet sind, sowie 2019 das erste Live-Album/ DVD der Band. In der Zeit spielten Long Distance Calling zudem unzählige - mitunter ausverkaufte - Kon-zerte und Tourneen in ganz Europa, sowie mehrere Auftritte im Vorprogramm diverser Bands wie Katatonia, Opeth, Anathema oder Dredg. 2020 veröffentlichte die Band ihr sieb-tes Album „How Do We Want To Live“, welches während der Corona-Pandemie entstand und mit dem sie einen Gegenpol dem durch Künstliche Intelligenz komponierten Musikal-bum „Hello World“ schaffen wollten.

2021 nominiert in der Kategorie „Komposition Metal“.

Miland Petrozza (Kreator)
Miland Petrozza (Kreator)

Miland „Mille“ Petrozza ist Sänger, Gitarrist und Texter der Thrash-Metal-Band Kreator. Bereits in den frühen 1980er Jahren etablierten und prägten Kreator neben Metallica, Slayer und Megadeth das Heavy Metal-Subgenre Thrash Metal. Kreator gelten seitdem als maßgeblicher Einfluss auf zahlreiche ihnen folgende Heavy Metal-Bands weltweit. Mit ihrem 14. Studioalbum „Gods Of Violence“ schafften es Mille Petrozza und Kreator im Jahr 2017 erstmals auf Platz 1 der deutschen Albumcharts. Bis heute haben Kreator etwa drei Millionen Alben weltweit verkauft und touren rund um den ganzen Erdball.

2018 nominiert in der Kategorie „Komposition Rock/Metal“.

2021 Preisträger in der Kategorie „Komposition Metal“.

Kategorie
Komposition Musiktheater
Heiner Goebbels
Heiner Goebbels

„Ich freue mich sehr über die Nominierung, auch wenn ich erstmal googlen musste, was damit gemeint ist ,Musikautor´ zu sein. Mit der Gattung Oper habe ich zwar selbst jede Menge Schwierigkeiten, aber im Musiktheater sehe ich aktuell die größte künstlerische Freiheit.“

Der Komponist und Theatermacher Heiner Goebbels studierte Soziologie und Musik. Er war Mitbegründer des sogenannten Linksradikalen Blasorchesters und spielte im Duo Goebbels/Harth sowie in der Band Cassiber. Heiner Goebbels komponierte zunächst Film- und Theatermusik, später Hörstücke, szenische Konzerte und Werke für Ensemble und große Orchester (Surrogate Cities). Zu seinen Musiktheaterwerken und -kompositionen zählen unter anderem „Schwarz auf Weiss“, „Eislermaterial“, „Hashirigaki“, „Landschaft mit entfernten Verwandten“, „Eraritjaritjaka“, „Stifters Dinge“, „When the Mountain changed its clothing“, „Everything That Happened And Would Happen“. Mit seinen Konzerten und Musiktheaterstücken verzeichnet Heiner Goebbels zahlreiche Gastspiele auf den weltweit wichtigsten Musik-, Theater- und Kunstfestivals. Ebenso finden sich seine Sound- und Videoinstallationen auf der documenta Kassel, in London, Paris, Lyon, Dresden, Moskau und Bogota. Er erhielt zahlreiche internationale Preise, unter anderem den Prix Italia, den Europäischen Theaterpreis, International Ibsen Award und Nominierungen für den Grammy. Von 2006 bis 2018 war er Präsident der Hessischen Theaterakademie, von 1999 bis 2018 Professor am Institut für Angewandte Theaterwissenschaft der Justus-Liebig-Universität Gießen, wo er seit 2018 erster Lehrstuhlinhaber der Georg-Büchner-Professur ist.

2021 Preisträger in der Kategorie „Komposition Musiktheater“.

Mayako Kubo
Mayako Kubo

Mayako Kubo ist eine Komponistin japanischer Herkunft, die jedoch künstlerisch dem europäischen Erbe und der musikalischen Moderne eng verbunden ist. Nach ihrem Abschluss als Pianistin am Osaka College of Music nahm Mayako Kubo das Studium der Komposition, Musikgeschichte und Philosophie bei Roman Haubenstock-Ramati und Friedrich Cerha an der Universität der Künste in Wien auf. 1980 setzt sie ihre Studien bei Helmut Lachenmann in Hannover und Stuttgart fort. Sie ist Gründungsmitglied der Gesellschaft für Zeitgenössische Musik „ZeitMusik“. Ihr Œuvre umfasst rund 160 Werke fast aller Gattungen. Der Oper kommt hierbei besondere Bedeutung zu. Die Uraufführung von „Rashomon“ im Jahr 1996 in Graz und die der japanischen Fassung 2002 in Tokio begründeten ihren Ruf als bedeutendste japanische Komponistin. „Osan – Das Geheimnis der Liebe“, ihre zweite Oper, kam 2005 in Tokio ebenfalls mit großem Erfolg zur Uraufführung. 2010 feierte „Der Spinnfaden“, eine Oper für junge Musiker, in Berlin Premiere. Derzeit beschäftig sie sich mit ihrer vierten Oper „Ageless World“. Ein weiteres Bühnenwerk über den Fall John Rabe ist bereits in Vorbereitung.

2021 nominiert in der Kategorie „Komposition Musiktheater“.

Sarah Nemtsov
Sarah Nemtsov

„Die Nominierung in der Kategorie Musiktheater freut mich besonders, da das Musiktheater eine bedeutende, quasi ,künstlerisch-existentielle´ Position in meinem Schaffen einnimmt. Hier ist am meisten Risiko, aber vielleicht auch am meisten Potenzial und die Hoffnung, etwas zu bewegen. Die Verknüpfung von Sprache, Gesang, Instrumenten, Multimedialität und das Einwirken auf verschiedene Sinne birgt die Möglichkeit einer besonderen, einer immersiven Erfahrung. In Opern lassen sich Geschichten mehrdimensional erzählen. Das Musiktheater sucht Grenzen auf und vermag sie zu überschreiten. 2012 habe ich den Nachwuchspreis der GEMA erhalten. Ich fühle mich sehr geehrt, nun zum zweiten Mal nominiert zu sein.“

Sarah Nemtsov studierte Komposition in Hannover und Berlin bei Nigel Osborne, Johannes Schöllhorn und Walter Zimmermann. Sie erhielt zahlreiche Preise und Stipendien wie den Busoni-Kompositionspreis der Akademie der Künste Berlin, den Deutschen Musikautoren-preis 2012, gewann den internationalen RicordiLAB Kompositionswettbewerb und wurde 2020 als „Komponistin des Jahres“ beim Opus Klassik Preis nominiert. Ihre Werke werden bei international renommierten Festivals aufgeführt, wie den Donaueschinger Musiktagen, Wien modern, ECLAT, Ultraschall, Holland Festival, Musica, Bregenzer Festspiele und der Münchener Biennale. Ihre Musik besticht durch sensibel ausgehorchte Setups, komplexe und energetische Texturen, musikalische Schichtungen und Wechselwirkungen zwischen akustischen Instrumenten und Elektronik. Ihr Werk umfasst weit über 100 Kompositionen in nahezu allen Gattungen: Vom akustischen Solo bis hin zu großem Orchester und multi-medialen Werken, darunter zwei abendfüllende Opern und drei Kammeropern, sowie ande-re Formen an der Grenze zum Musiktheater. Ihre Werke werden seit 2016 bei Ricordi Berlin verlegt. Im Sommersemester 2018 unterrichtete Sarah Nemtsov Komposition an der Haifa University mit einer DAAD Kurzzeitdozentur, im Sommer 2021 ist sie Dozentin für Komposi-tion bei den renommierten Darmstädter Ferienkursen für Neue Musik. Derzeit arbeitet sie an ihrer neuen Oper „Ophelia“, die 2023 am Saarländischen Staatstheater uraufgeführt werden wird.

2021 nominiert in der Kategorie „Komposition Musiktheater“.

Kategorie
Komposition Rock/Pop 12
Charlotte Brandi
Charlotte Brandi

„Für mich als Komponistin ist es eine besondere Freude in dieser Eigenschaft für den Deutschen Musikautorenpreis nominiert zu sein. Das Komponieren ist für mich persönlich der schönste, der beste, der erfüllendste Teil meiner Arbeit; umso schöner ist es, dass dieser Teil solch eine Würdigung von der GEMA erfährt!“

Charlotte Brandi war acht Jahre lang für Kompositionen, Gesang, Keyboards und Gitarre beim Dream-Pop Duo „Me And My Drummer“ verantwortlich, spielte über 300 Konzerte in ganz Europa und veröffentlichte in dieser Konstellation zunächst zwei EPs und daraufhin zwei erfolgreiche Alben „The Hawk The Beak The Prey“ (2012) und „Love Is A Fridge“ (2016). Nach dem Ende von „Me And My Drummer“ Anfang 2018 schrieb und produzierte Charlotte Brandi ihr gefeiertes Solo-Debüt Album „The Magician“, welches Anfang 2019 bei „PIAS Re-cordings“ erschien. Ende August 2020 veröffentlichte Brandi erstmal auf Deutsch. Die Sin-gle „WIND“ (feat. Dirk von Lowtzow, Tocotronic) findet großen Anklang und ist der erste Vorbote auf Brandis deutsch sprachige EP „An Das Angstland“, welche im Dezember 2020 erschien. Des Weiteren arbeitete die Künstlerin bisher musikalisch am Landestheater Tü-bingen, am Stadttheater Ingolstadt und zuletzt am Staatstheater Augsburg. Kollaboratio-nen ging sie unter anderem mit Künstlerinnen und Künstlern wie Missin Cat, Tristan Brusch, Kat Frankie oder der Rapperin Sookee ein.

2021 nominiert in der Kategorie „Komposition Pop/Rock“.

Hardy Krech
Hardy Krech

„Zunächst einmal habe ich mich natürlich sehr über die Nominierung gefreut. Als Autor und Produzent stehe ich normalerweise hinter den Kulissen und das ist auch in Ordnung. Allerdings bedaure ich es, dass die Leistung der Komponisten in der U-Musik oft nicht gewürdigt wird und finde es toll, dass die GEMA es an dieser Stelle explizit tut! Für mich persönlich bedeutet diese Nominierung eine Auszeichnung und Anerkennung eines wichtigen Teils meiner Arbeit. Die Entwicklung von Ideen, die Produktion, die Arbeit mit den Künstlern... all das macht mir viel Spaß, aber das, was für mich wirklich zählt, ist das Komponieren von Musik!“

Bereits in jungen Jahren spielte Hardy Krech Trompete, Klavier und Keyboard und gründete seine eigene Band, für welche er Songs schrieb, arrangierte und produzierte. Nach 10 Jahren als Künstler und hunderten deutschlandweiten Auftritten verlegte Hardy Krech seinen Fokus: Er beendete sein Architekturstudium, verließ seine Band, unterschrieb seinen ersten Autorenexklusivvertrag bei Warner Chappell und gründete mit seinem Partner die Elephant Music GmbH und war fortan ausschließlich als Autor und Produzent tätig. Seinen ersten Hit als Autor und Produzent hatte Hardy Krech 1999 mit „The Rigga Ding Dong Song“ von Passion Fruit, welcher „Gold“ erhielt. Es folgten weitere erfolgreiche Singles und Alben als Komponist, Textdichter und Produzent, von denen sich eine ganze Reihe in den Top 10 der Charts platzieren konnten. Des Weiteren erhielt er diverse Gold und Platin Awards sowie Echo Nominierungen und Auszeichnungen. Zu den Künstlern, für die Krech als Autor tätig war, zählen unter anderem Highland, DJ Ötzi, Hot Banditoz, Kissin Dynamite, Svenvan Thom, die Puhdys, Velile & Safri Duo, Faun, Santiano, Oonagh. Aktuell hat er mit seinem Team ein MTV Unplugged Konzert für Santiano arrangiert, als musikalischer Leiter betreut und aufgezeichnet.

2021 nominiert in der Kategorie „Komposition Rock/Pop“.

Thees Uhlmann
Thees Uhlmann

„Gerade weil ich eine komplette Platte weggeschmissen habe, freut es mich umso mehr, dass ich für meinen zweiten Anlauf nominiert worden bin. Für mich wichtig ist das Gefühl zu wissen, dass ich es geschafft habe, Kunst mit Freundschaft zu verbinden.“

Der Sänger und mehrfache Bestsellerautor Thees Uhlmann wurde in der Kleinstadt Hemmoor geboren. Bereits in der Schulzeit entdeckte er seine Leidenschaft für die Musik und gründete eine Band, aus welcher die Indie-Rockband Tomte hervorging. Die Hamburger Band veröffentlichte zwischen 1998 und 2008 insgesamt fünf Studioalben und zählt heutzutage zu einer der erfolgreichsten ihres Genres im deutschsprachigen Raum. Vor den ersten großen Erfolgen der Band studierte Thees Uhlmann Lehramt an der Universität zu Köln und schrieb zeitgleich für die Musikzeitschriften Spex, Intro, Musikexpress und Visions. Nach der Verkündigung der Bandpause im Jahr 2010, startete Thees Uhlmann seine Solo-Karriere. Seither brachte der Sänger drei Studioalben heraus. Neben seiner Gesangskarriere stand er bereits für Kinofilme neben Jürgen Vogel und Heike Makatsch vor der Kamera und veröffentlichte drei Bücher, darunter „Sophia, der Tod und ich“ und „Thees Uhlmann über Die Toten Hosen“.

2021 Preisträger in der Kategorie „Komposition Rock/Pop“.

Kategorie
Text Chanson/Lied 12
Enno Bunger
Enno Bunger

„Im Leben wie in der Musik geht es oft darum, das Destruktive in etwas Konstruktives zu verwandeln. Die größte Scheiße, die man durchzustehen hat, kann später der beste Dünger für Kunst sein. Ein paar Monate nach der Veröffentlichung meines wohl emotionalsten Albums für den Deutschen Musikautorenpreis nominiert worden zu sein, freut mich darum besonders!“

Der Sänger, Songwriter und Produzent Enno Bunger, der bereits im Alter von 13 Jahren als Barpianist in den Kneipen Ostfrieslands spielte, besitzt den Ruf als einer der emotional pa-ckendsten und talentiertesten Texter und Beobachter in der Popmusikszene Deutschlands. Seine mehreren hundert Konzertauftritte und seine Veröffentlichungen im gesamten deutschsprachigen Raum zeichnen sich durch ein hohes Maß an kompositorischer und mu-sikalischer Qualität aus. Insbesondere die melancholischen Texte sowie die Mixtur aus Elektronik, Trap, Hip-Hop und Indie zählen als charakteristische Merkmale seiner Lieder. Nach „Ein bisschen mehr Herz“ (2010), „Wir sind vorbei“ (2012) und „Flüssiges Glück“ (2015) ist sein aktuelles und soeben bei Columbia/Sony Music erschienenes Album „Was berührt, das bleibt“ (2019) ein weiteres Konzeptalbum, welches von Krankheit, persönlichem Schick-sal und der Verarbeitung einschneidender Erlebnisse handelt.
Im Jahr 2020 spielt Bunger zahlreiche Onlinekonzerte und gab seinem Publikum die Mög-lichkeit, ihn auch für private Onlinekonzerte- und Workshops zu buchen, um dem pande-miebedingten Kulturausfall etwas entgegenzusetzen. Einen Teil der Einnahmen spendete er an wohltätige und kulturelle Stiftungen.

2021 nominiert in der Kategorie „Text Chanson/Lied“.

Dota (Dota Kehr)
Dota (Dota Kehr)

„Yeah! Just in dem Moment, in dem ich dabei bin erstmals ein Album zu veröffentlichen, auf dem ich fremde Texte singe, werde ich für den Musikautorenpreis in der Kategorie ,Text` nominiert. Das ist wirklich ein lustiger Zufall! Ich freu mich über die Nominierung.“

Seit den 2000er Jahren veröffentlichte die Berliner Sängerin, Gitarristin und Songwriterin Dota Kehr zunächst unter dem Pseudonym „Kleingeldprinzessin“, dann in Zusammenarbeit mit ihren Mitmusikern unter „Dota und die Stadtpiraten“ und seit 2013 nun unter dem Sig-net „Dota“, insgesamt 14 Alben. Ihr Album „Keine Gefahr“ aus dem Jahr 2016 erreichte Platz 14 der Charts und „Die Freiheit“, veröffentlicht 2018, stiegt auf Platz 11 der Charts ein. Im April 2020 erschien ihr Album „Kaléko“, auf welchem Dota Kehr Vertonungen der Dichterin Mascha Kaléko präsentiert (Chartposition 13, acht Wochen in den Top 100). Für April 2021 ist ein neues Studio Album mit eigenen Texten angekündigt. Insgesamt verzeichnet die Band über 150.000 verkaufte Tonträger sowie jährlich an die hundert, meist ausverkaufte, Konzerte im gesamten deutschsprachigen Raum. Zu Dota Kehrs Auszeichnungen zählen unter anderem der Fred Jay Preis im Jahr 2014, der Preis der Deutschen Schallplattenkritik 2016 sowie der Deutsche Kleinkunstpreis in den Jahren 2011 und 2019. Außerdem betreibt die Sängerin ein eigenes Plattenlabel unter dem Namen „Kleingeldprinzessin Records“.

2021 nominiert in der Kategorie „Text Chanson/Lied“.

Mine (Jasmin Stocker)
Mine (Jasmin Stocker)

„Ich war ganz überrascht und überaus stolz, als ich erfahren habe, dass ich für den Deutschen Musikautorenpreis nominiert wurde. Ich freue mich sehr darüber und finde es nach acht Jahren immer noch positiv absurd, dass meine Musik ernsthaft so angenommen wird.“

Nach ihrem Bachelorabschluss im Fach Jazzgesang war die Songwriterin und Sängerin Jas-min Stocker alias Mine als Dozentin an der Musikhochschule Mainz tätig. Seit 2007 arbeitet sie als selbstständige Gesangdozentin, gibt Einzelstunden sowie Bandcoachings und ist au-ßerdem als Produzentin tätig. Nach der Veröffentlichung ihrer EP „Herzverleih“ erschien im Jahr 2014 ihr selbstbetiteltes Debütalbum „Mine“. Mit diesem und dem Nachfolger „Das Ziel ist im Weg“ (2016) hat Jasmin Stocker alleine, aber auch immer wieder gemeinsam an der Seite von Künstlern wie den Orsons auf Songs und Bühnen die diversen Gesichter der Pop-musik eindrucksvoll präsentiert. Hierfür erhielt sie 2016 den Preis für Popkultur in der Kate-gorie „Lieblingssolokünstlerin“. Anfang 2017 veröffentlichte Jasmin Stocker in Zusammen-arbeit mit Fatoni das Album „Alle Liebe Nachträglich“ und am Ende des gleichen Jahres er-füllte sie sich mit einer Crowdfunding-Kampagne und Gästen wie Friedrich Liechtenstein, Grossstadtgeflüster, Bartek (Die Orsons), Fatoni, Edgar Wasser, Tristan Brusch, Textor (Kin-derzimmer Productions), Haller, Ecke Prenz und dem Berliner Kneipenchor in Eigenregie bereits zum zweiten Mal den Traum vom selbst arrangierten Herzensprojekt namens Or-chester-Konzert. Das gesamte Orchesterarrangement stammt von Jasmin Stocker selbst. Im April 2019 veröffentlichte sie ihr Album „Klebstoff“.
Über all diese Jahre hat sich Mine ihren Weg Schritt für Schritt selbst erarbeitet und gehört mittlerweile zu den wichtigsten krediblen Künstlerinnen des Landes. Ihre letzte Tour war bundesweit ausverkauft und aktuell arbeitet die Künstlerin an ihrem nächsten Studioal-bum, dass im Frühling 2021 erscheinen wird.“

2021 Preisträgerin in der Kategorie „Text Chanson/Lied“.

Kategorie
Text Hip-Hop
Ebru Düzgün (Ebow)
Ebru Düzgün (Ebow)

„Für mich war es schon immer einer der wichtigsten Parts meines kreativen Schaffens, dass ich meine Texte selbst schreibe und somit eine Stimme sein kann – für mich und viele, die den gleichen Background haben wie ich. Als Autorin nominiert zu werden, bedeutet für mich daher sehr viel, da ich weiß, meine/unsere Stimme wird gehört.“

Die Rapperin Ebru Düzgün alias Ebow wurde in München geboren, wo sie an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Architektur studierte. Erstmals Aufmerksamkeit auf sich ziehen konnte Ebow durch Guerilla-Auftritte in Waschsalons, Supermärkten oder der Straßenbahn. Heute tritt die in Wien und Berlin lebende und arbeitende Künstlerin zwar auf konventionelleren Bühnen auf, ihre Message aber bleibt provokant und politisch. Solo, aber auch als Mitglied der Gaddafi Gals, rappt sie gegen Sexismus, Rassismus und Homophobie, für eine offene, solidarische und gleichgestellte Gesellschaft. 2013 erschien ihr Debütalbum „Ebow“ auf Disko B. Der Nachfolger „Komplexität“ war im November 2017 ihr erstes Album auf Problembär Records und sollte inhaltlich und musikalisch der Diversität der heutigen Gesellschaft Rechnung tragen. Ihr neues Album „K4L“ widmet sich hingegen den Gemeinsamkeiten und jenen Dingen, die die Bevölkerung untereinander verbindet.

2021 nominiert in der Kategorie „Text Hip-Hop“.

Haiyti (Ronja Zschoche)
Haiyti (Ronja Zschoche)

„Ich bekomme das erste Mal eine Wertschätzung dafür, dass ich seit ich 14 Jahre alt bin mit Zettel und Stift durch die Gegend renne und den Anschluss zur Sozialwelt verpasse. Endlich gibt es eine Würdigung als Gegengewicht zu schlaflosen Nächten, Tagtrunkenheit und verpassten Gelegenheiten. Haiyti one; ich schreibe meine Texte selbst!“

Ronja Zschoche alias Haiyti wuchs in Hamburg auf. Als Jugendliche kam sie mit Hip-Hop in Berührung und machte erste Versuche als Rapperin. 2015 erschien ihr erstes Album „Havarie“ im Eigenvertrieb. Mit zahlreichen weiteren Veröffentlichungen konnte sie sich in die Herzen der Kritiker rappen und galt lange als Geheimtipp im deutschen Rap. Anfang 2016 erschien das Mixtape „City Tarif“, welches in den Jahrescharts 2016 auf Platz 4 gelistet wurde. Es folgte die EP „Toxic“ zusammen mit dem Kollektiv KitschKrieg. Ende 2016 erschien das Album „Nightliner“, das sie schnell auch in Mainstream-Medien bekannt machte. 2017 kam ihr erstes großes Album „Montenegro Zero“, das radikalen Party-Nihilismus und die Kälte des Milieus mit beispielloser emotionaler Tiefe und absurd eingängigen Hooks vermischte. Einflüsse von Trap bis Dancehall und Deutsche Welle mit Haiytis ureigener Sprache und Stimme sind hierbei deutlich zu erkennen. Im Jahr 2019 erschien das Album „PERROQUET“, das ihr bislang konzentriertestes und gleichzeitig vielseitigstes Album ist, denn die Lieder definieren ihre Künstlerpersönlichkeit, welche sich zwischen Luxusleben und Verletzlichkeit abspielt. Außerdem erhielt Haiyti den HANS (Hamburger Musikpreis) in der Kategorie „Nachwuchs des Jahres“ 2016 sowie 2018 einen ECHO in der Kategorie „Kritikpreis National“ und war 2019 für den Preis für Popkultur in der Kategorie „Lieblings-Solokünstlerin“ nominiert.

2021 Preisträgerin in der Kategorie „Text Hip-Hop“.

Nora Hantzsch (Sookee)
Nora Hantzsch (Sookee)

„Für den Blick von außen sind es erstmal irgendwelche Songs und irgendwelche Lyrics. Aber für diejenigen, die ihre Texte noch selber schreiben, können sie die Welt bedeuten. Natürlich schreiben viele Artists für Radiotauglichkeit und die Chartplatzierung. Es heiß nicht ohne Grund MusikINDUSTRIE. Aber ich bin da romantische Oldschoolerin. Ich häng in meinen Texten mit ganzem Herzen, mit meiner kompletten Biographie drin. Wenn dieser Umstand mit der Nominierung gewürdigt und wertgeschätzt wird, dann bin ich sehr, sehr dankbar dafür.“

Die Rapperin Sookee war 15 Jahre in der Rap-Szene aktiv und schaffte durch mehrere veröffentlichte Alben, unzählige Kollaborationen, Auftritte bei öffentlichen Podien an Schulen, Universitäten und in Workshops Räume, die sich aktiv mit Antworten auf die Frage, wie gesellschaftliche Veränderung möglich ist, beschäftigen. Ihren Bekanntheitsgrad und ihre große Außenwirkung nutzte sie, um Dialoge zu begünstigen, auch zwischen Groß und Klein. Sookee wird als „Rolemodel“ von Mädchen, Frauen und Queers in der Popkultur wahrgenommen und ihr Output als anspruchsvoll charakterisiert. Als Musikerin und Aktivistin ist sie Trägerin des Louise-Otto-Peters-Preises, Ambassador des sozialen Projekts „Musik-Bewegt”, Patin für zwei Schulen der Kampagne „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage” und engagiert sich politisch als bekennende Antifaschistin für weitere zahlreiche Initiativen. Als „Sukini“ hat sie im Herbst 2019 ihr erstes Kinderliederalbum veröffentlicht und wird sich musikalisch auch zukünftig auf Kinderkultur konzentrieren.

2021 nominiert in der Kategorie „Text Hip-Hop“.